Buchtipp für Erwachsene Januar 2018

Franz Hohler: Das Päckchen

1. Auflage. - München : Luchterhand, 2017. - 221 Seiten
ISBN 978-3-630-87559-0 fest gebunden : EUR 20.00

(© Luchterhand)

Zum Inhalt:

Als das Telefon in einer öffentlichen Telefonkabine in Zürich klingelt, hebt der zufällig anwesende Bibliothekar Ernst Stricker ab und wird von einer älteren Frau mit seinem Vornamen angesprochen. Ohne weiter zu überlegen, lässt er sich auf deren Aufforderung ein und besucht sie zuhause in ihrer Wohnung.

Sie vertraut ihm - einem vermeintlichen Verwandten - ein wertvolles Päckchen an, das eine seltene frühmittelalterliche Handschrift zum Inhalt hat, die man verloren glaubte. Die Handschrift und ihre Geschichte weckt die Neugier des Bibliothekars und macht aus ihm einen cleveren Betrüger, der sich auf Spurensuche begibt. Er denkt nicht einmal daran die alte Frau über ihren Irrtum aufzuklären. Wie sich schnell zeigt, gibt es für die Handschrift allerdings offenkundig noch andere Interessenten. Als redlicher Bibliothekar will er herausfinden, was es mit dieser ausgesprochenen Rarität auf sich hat. Das seltsame Papier, mit dem das Buch eingeschlagen ist, regt seine Phantasie an. Was spielt die Berglihütte im Aletschgebiet für eine Rolle? Ernst Stricker begibt sich auf eigene Faust auf eine nicht ungefährliche Bergtour.

Parallel dazu wird die Lebensgeschichte des Mönches Haimo erzählt, der Schreiber der seltenen Handschrift. Die Geschichte spielt also abwechselnd in der Schweiz von heute und in den Klosterbibliotheken des späten 8. Jahrhunderts und ihren Schreibstuben.

Der Schweizer Autor und Kabarettist Franz Hohler ist bekannt für seine sensiblen Bücher über ganz normale Menschen, die in abstruse Situationen hineinschlittern, praktisch ohne etwas dafür zu können. "Das Päckchen" ist sein neuester Roman und passt wieder hervorragend in dieses Schema. Ernst Stricker gerät ohne eigenes Zutun ganz zufällig an das seltene Buch, das dann sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Der Roman lässt auf weite Strecken Krimi-Spannung aufkommen und überzeugt auch in seiner genauen Beobachtung und hintersinnigen Sprachform.

 

Zum Autor:

Franz Hohler, geboren am 1.3. 1943 in Biel (Schweiz), wuchs auf in Olten, machte 1963 in Aarau das Abitur und begann in Zürich, Germanistik und Romanistik zu studieren. Der Erfolg seines ersten Soloprogramms "pizzicato" veranlasste ihn, sein Studium nach fünf Semestern abzubrechen. Mit verschiedenen Ein-Mann-Programmen gastierte er in vielen Ländern West- und Osteuropas, in Kanada, Marokko, Tunesien u.a.. Franz Hohler lebt als Kabarettist und Schriftsteller in Zürich und gilt als einer der bedeutendsten Erzähler seines Landes. Seine Gedichte, Theaterstücke und Erzählungen wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2002 erhielt er den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2005 den Kunstpreis der Stadt Zürich, 2013 den Solothurner Literaturpreis und im Jahr 2014 den Johann-Peter-Hebel-Preis.

Franz Hohler ist seit 1968 mit Ursula Nagel verheiratet und hat zwei Söhne (Lukas, geb. 1971, und Kaspar, geb. 1974). Befragt nach seinen Hobbys beschreibt er sich als Cellospieler, Wanderer, Spaziergänger, Berggänger, Theater-, Kino- und Konzertgänger, Koch und Kartenspieler.

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