Buchtipp für Erwachsene August 2019

Jan Böttcher : Das Kaff

1. Aufl. - Berlin : Aufbau, 2018. - 267 S.
ISBN 978-3-351-03716-1 fest geb. : EUR 20.00

(© Aufbau-Verlag)

Zum Buch:

Der junge Architekt Michael Schürtz hat seiner Heimatstadt vor Jahren den Rücken gekehrt und sich in Berlin angesiedelt. Nun hat er von der Investorengruppe Christ Meckel Ahrens die Bauleitung für die Anlage von Eigentumswohnungen in seiner alten Heimatstadt übertragen bekommen und kehrt deshalb widerwillig dorthin zurück.

Im Dorf  leben auch seine beiden Geschwister zu denen er nur sporadisch Kontakt hat. Doch anstatt bei Ihnen unterzukommen, zieht er in das Haus eines früheren Schulfreundes, der gerade nicht zuhause ist. Eigentlich hatte er gedacht, die Provinz nun völlig hinter sich gelassen zu haben, doch es dauert nicht lange und seine Vergangenheit holt ihn ein. Seine Rückkehr spricht sich schneller herum als ihm lieb ist. So bleiben Reibungspunkte nicht aus und es macht ihm Schwierigkeiten sich wieder in die Dorfgemeinschaft einzufügen. Was eigentlich eine Abrechnung mit der Vergangenheit sein sollte, wird aber  für den Architekten ein Neuanfang und eine Selbstfindung der ganz anderen Art: seine Geschwister Jul und Nuss fordern ihn auf, sich der noch nicht aufgearbeiteten Familiengeschichte zu stellen. Und irgendwann heuert Schürtz dann auch noch als Aushilfstrainer für die C-Jugend seines Jugendvereins Rot-Weiß an.

Jan Böttcher ist es gelungen, die überzeugende Geschichte einer Selbstfindung zu erzählen, in einem ironischen und lakonischen Schreibstil, der wunderbar zu Einstellung und Stimmung des Protagonisten passt. Mal böse, mal melancholisch fesselt dieser Roman und ermöglicht einen neuen Blick auf Vergangenheit und Zukunft.

 

Pressestimmen:

» sehr unterhaltsam, gut beobachtet und flott geschrieben.«

(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

» Jan Böttcher hat sich einen Protagonisten und IchErzähler ausgedacht, der in vollendeter Unreflektiertheit seine Projektion eines rückständigen Milieus ausbreiten darf, um dann von der Wirklichkeit revidiert zu werden. « (taz. Die Tageszeitung)

» Mit viel Witz und leiser Wehmut erzählt Jan Böttcher von der Rückkehr ins Kaff als Rückkehr zum Ich. « (Benedict Wells)

Zum Autor

1973 in Lüneburg geboren. Seit 1993 in Berlin.

Mit »Das Kaff« erscheint im März 2018 sein fünfter Roman. Dazu Texter, Sänger und Gitarrist auf vier CDs mit der Band Herr Nilsson und auf einem Soloalbum. Liebt Bühnenauftritte als Lesekonzerte, um zwischen den Genres zu wechseln.

Hat 1999 mit Freunden das Musik- und Veranstaltungslabel KOOKberlin ins Leben gerufen, das heute als KOOK e.V. weiterbesteht. Für KOOK viele Veranstaltungen mitorganisiert und moderiert, z.B. zweimal das Festival »LAN – Drei Tage junge Literatur und Musik« mit 18 AutorInnen und zahlreichen Bands im HAU 2. Schrieb Rezensionen und literaturwissenschaftliche Aufsätze, hat auch seine Magisterarbeit veröffentlicht – über die Prosa von Johannes Jansen. Dessen frühe Texte auch neu herausgegeben. Übersetzung aller Songs des Joy Division-Sängers Ian Curtis in »So This Is Permanence« (2015). Textbildband über Niedersachsen mit dem Fotografen Sascha Weidner 2016. Mitherausgeber der Anthologie »Alles auf Rot – Der 1. FC Union Berlin«, 2017. Aktives Mitglied der Autorenfußballnationalmannschaft.

Würdigung: 2005 Märkisches Stipendium für Literatur, 2006 Stipendium Deutscher Literaturfonds e.V., 2007 Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. 2007 Dr. Hedwig-Meyn-Preis, Kulturpreis der Stadt Lüneburg, 2008 Stipendium Homines Urbani an der Villa Decius in Krakau, Polen, 2008 London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds e.V.. 2009 Arbeitsstipendium des Berliner Senats. 2013 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Vom Goethe-Institut nach Helsinki und Bukarest eingeladen als Literaturblogger.

(http://www.janboettcher.com/person)

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