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Buchtipp für Jugendliche 09/2026: Tobias Elsäßer - Matria

eine Stadt. Eine Prüfung. Ein Schicksal. / Tobias Elsäßer. - 1. Auflage. - Stuttgart : Thienemann, 2026. - 239 Seiten ; 22 cm
ISBN 978-3-522-20407-1 Festeinband : 16,00 €

(© Thienemann)

 

Stell dir eine Welt vor, in der du ständig beobachtet wirst. Eine Welt, in der andere Menschen darüber entscheiden, ob du gefährlich werden könntest. Und dann stell dir vor dein Geschlecht allein ist der Grund dafür.

 

Genau in einer solchen Welt lebt der 15-jährige Elias. Im Stadtstaat Matria haben Frauen nach Jahren von Gewalt, Kriegen und Unterdrückung eine neue Gesellschaft aufgebaut. Sie soll ein sicherer Ort sein – ein Ort, an dem Fürsorge, Frieden und Gleichberechtigung herrschen. Doch für männliche Jugendliche ist dieses Leben alles andere als frei. Sie werden beobachtet, technisch streng kontrolliert und mit zunehmendem Alter immer stärker eingeschränkt.

 

Als Elias in die Pubertät kommt, muss er wie alle anderen männlichen Bewohner an einem geheimnisvollen Camp teilnehmen. Dort erwarten ihn Prüfungen, die darüber entscheiden, ob er und die anderen Jungen weiterhin in Matria bleiben dürfen. Gleichzeitig kämpft er mit ganz normalen Problemen eines Jugendlichen: Er verliebt sich, ist unsicher und versucht herauszufinden, wer er eigentlich ist. Doch je mehr Elias über die Regeln der Matria nachdenkt, desto mehr beginnt er zu zweifeln: Wie viel Freiheit darf eine Gesellschaft einschränken, um für Sicherheit zu sorgen?

 

Nach einem Überfall von Rebellen auf der Heimfahrt vom Camp beschließt Elias die Schutzzone zu verlassen, um seinen Vater zu suchen und die Wahrheit über die Vergangenheit herauszufinden.

 

Matria von Tobias Elsäßer ist eine ungewöhnliche „Femtopie“, wie der Autor den Roman selbst im Nachwort bezeichnet. Eine Welt, die Frauen vor Gewalt schützen will, aber umschlägt in Kontrolle und Fürsorge zur Überwachung avanciert. Besonders interessant ist die vertauschte Perspektive: In dieser Gesellschaft erleben Jungen Diskriminierung und stehen unter Generalverdacht. Dadurch stellt das Buch wichtige Fragen über Vorurteile, Geschlechterrollen, Überwachung und Freiheit.

 

Ein spannendes Buch für Jugendliche ab 14 Jahren, die Dystopien mögen und sich nicht nur unterhalten lassen, sondern auch über schwierige Fragen nachdenken möchten. Das Buch zeigt, dass eine Gesellschaft sich selbst für sicher und gerecht halten kann – und trotzdem Menschen unfair behandeln.

 

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