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Buchtipp für Erwachsene 10/2026: Steve Cavanaugh - Fifty Fifty

/ Marie Zeisler, Isabel Robles Salgado. Fifty-fifty-Eltern. - Originalausgabe. - Hannover : humboldt, 2021. - 184 Seiten : Illustrationen, farbig ; 22 cm
Einheitssacht.: Fifty fifty Eltern
ISBN 978-3-8426-1641-7 kartoniert : 19,99 €

(© humboldt)

Für den Mord an Frank Avellino gibt es zwei Verdächtige: Das äußerst brutale Verbrechen wurde entweder von seiner Tochter Alexandra oder seiner Tochter Sofia begangen. Beide beschuldigen sich gegenseitig, selbst ihre Anwält*innen wissen nicht, ob sie ein Unschuldslamm oder eine Killerin verteidigen.

Manchmal nimmt man ein Buch ganz zufällig in die Hand und bleibt irgendwie daran hängen. Genau so ging es mir mit Fifty-Fifty von Steve Cavanagh. Ich kannte den Autor vorher gar nicht, aber der Titel und vor allem der Klappentext haben mich sofort neugierig gemacht. Also dachte ich mir: Warum nicht einfach mal ausprobieren?

Bisher habe ich hauptsächlich Bücher von Sebastian Fitzek gelesen. Fifty-Fifty war für mich deshalb tatsächlich etwas Neues. Statt einer klassischen Thrillerhandlung steht hier eine Gerichtsverhandlung im Mittelpunkt – und ich hätte vorher nicht gedacht, dass mich gerade dieser Teil so sehr packen würde.

Die Geschichte beginnt mit einem brutalen Mord an Frank Avellino. Unter Verdacht stehen seine beiden Töchter Alexandra und Sofia. Beide beschuldigen sich gegenseitig und behaupten, selbst unschuldig zu sein. Damit beginnt ein ziemlich perfides Spiel, denn während der Gerichtsverhandlung versucht man nicht nur herauszufinden, was passiert ist, sondern vor allem: Wem kann man überhaupt glauben? Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise. Wir erleben die Handlung aus den Perspektiven von Eddie Flynn, Kate Brooks und immer wieder auch aus der Sicht der Täterin. Dadurch hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, einen Schritt weiterzukommen – nur um kurz darauf wieder an meiner eigenen Theorie zu zweifeln. Ich habe tatsächlich immer wieder überlegt, welche der beiden Schwestern lügt und ob ich die Hinweise richtig deute. Genau dieses Miträtseln hat für mich einen großen Teil des Lesespaßes ausgemacht. Eddie Flynn ist mir dabei ziemlich schnell ans Herz gewachsen. Er ist schlagfertig, clever und hat gleichzeitig eine sympathische, menschliche Art. Beim Lesen hatte ich wirklich öfter den Gedanken: Wenn ich jemals einen Anwalt bräuchte, wäre Eddie definitiv jemand, den ich gerne auf meiner Seite hätte. Am meisten überrascht hat mich aber, wie sehr mich das Buch zum Weiterlesen gebracht hat. Ich bin eigentlich eher eine langsame Leserin und brauche für Bücher etwas länger. Bei Fifty-Fifty war das plötzlich anders: Teilweise habe ich um die 100 Seiten am Tag gelesen, weil ich immer noch „nur ein Kapitel“ weiterlesen wollte. Und natürlich blieb es selten bei diesem einen Kapitel. Obwohl Fifty-Fifty bereits der fünfte Fall für Eddie Flynn ist, hatte ich nicht das Gefühl, vorher etwas nachholen zu müssen. Die Geschichte funktioniert problemlos für sich allein, sodass man meiner Meinung nach nicht zwingend mit den ersten vier Bänden beginnen muss.

Mein persönliches Fazit: Für mich war Fifty-Fifty ein echter Zufallsfund, der sich absolut gelohnt hat. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Gerichts-Thriller so schnell mitnehmen würde. Die wechselnden Perspektiven, das Rätsel um die Täterin und vor allem Eddie Flynn haben das Buch für mich zu einer richtig unterhaltsamen Lektüre gemacht. Nach all den Fitzek-Thrillern war es außerdem schön, mal etwas anderes auszuprobieren – und wer weiß, vielleicht war Fifty-Fifty ja mein Einstieg in eine neue Thriller-Reihe. 

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